RA’MIEN neue WCs (gemeinsam mit DI Magnus Manuel)

Das RA’MIEN ist ein junges Lokal in Wien, zwischen Naschmarkt und Mariahilferstrasse, zwischen asiatischer Tradition und Moderne. Die elegante Atmosphäre des Restaurants ist bestimmt durch die kubischen Deckenleuchten und den markanten roten Bogen der Bar. Im Kontrast dazu: Das Tanzlokal im Untergeschoss mit chinesischen Lampions und Versatzstücken asiatischer Tradition (Design: Sophie Esslinger, Dong Ngo, Jun Yang, Tie Yang 2001)
Mit den neuen WCs werden den Gästen dieser zwei charakteristischen Orte nun auch entsprechend gestaltete Nebenräume geboten.

Kern des Raumkonzepts, ist die Trennwand zwischen Damen und Herrenbereich. An ihr hängt spiegelbildlich auf jeder Seite ein speziell entworfenes Waschtischelement aus Edelstahl. Die Rahmen umfassen jeweils die Spiegel und so entseht die Illusion, durch die Wand hindurch aus dem gegenüberliegenden Damen in den Herrenvorraum und umgekehrt sehen zu können.
Dieser Effekt wird perspektivisch durch die roten „Flügel“ unterstütz, die augenscheinlich „durch die Wand hindurchfluchten“.
Auf die Enden der hochglänzenden Flügel wird modern interpretierte, traditionelle chinesische Ornamentik projiziert. Ebenso wie bei der Projektion über der Eingangstüre können die Motive nach belieben ausgetauscht werden (flexibel auswechselbare Türbeschriftung anhand Dias).
Mit der geradlinig modernen Erscheinung der Vorräume kontrastiert das Innere der WC-Kabinen. Ins weiche rote Licht von chinesischen Lampions gehüllt, werden die Räume seitlich von schwarzen Seitenwänden flankiert. Ringsum ein geschlossenes rotes „Band“ aus Boden-, Decke- , Vorder- und Hinterwand. Dieses Farbkonzept entstand aus der später nicht ausgeführten Idee, die Seiten wie Schultafeln mit Kreide beschreibbar zu gestalten. Vielleicht eine Möglichkeit, kreative Kloosprüche zu provozieren und Vandalismus ad Absurdum zu führen?
Die nur 21m² kleine Grundfläche verdankt ihren großzügigen Eindruck nicht zuletzt der Begebenheit, dass der Zugang zu Damen bzw. Herrenbereich durch offene raumhohe „Türrahmen“ führt. Vertikale Beschriftungssteifen in Schwarz markieren die Bereiche, die nur den Damen bzw. Herren vorbehalten sind.
Um in den eigentlichen Damenbereich zu gelangen gehen auch die Frauen durch den ersten Waschtischvorraum hindurch, der sonst vielleicht nur den Herren zugeordnet wäre. Mit diesem Trick konnte noch einmal der engen Situation extra Raum abgewonnen werden, zusätzlich haben Frauen die Möglichkeit, einer zusätzlichen Waschtischalternative.
Es wurde in der ersten Betriebszeit beobachtet, dass Männer und Frauen, oft im Vorraum miteinander kommunizierend länger verweilen. Solche Begebenheiten eventuell mit unserer Gestaltung angeregt zu haben würde uns natürlich besonders freuen.