Begehbare Skulptur "MÖBIUSBRÜCKE"
(Prämierter Wettbewerbsbeitrag 2004)

Die Möbiusbrücke im Lennèpark von Baruth/ Brandenburg stellt mehrere Verbindungen zweier Seiten dar, die auf unauflösliche, selbstverständliche Art und Weise zusammengehören:
Wandel und Vergänglichkeit des konkreten Ortes, sowie die Unendlichkeit der Zeit.

Mit der Wahl des Materials Stahl und der entsprechenden Plattenstärke soll die Intervention etwa die Lebenserwartung einer menschlichen Generation bekommen. Das beim Altern sehr lebhaft und kontrastreich sich verändernde Material veranschaulicht im besonderen Maße den ständigen Wandel.

An der Möbiusbrücke kann jeweils eine Momentaufnahme eines Ortes abgelesen werden. Sie illustriert den Lauf der Zeit und regt an, über den unendlichen Plan der Natur zu reflektieren. Man kann die Spuren vergangener Landschaften ahnen, sieht die Eingriffe der eigenen Zeit und denkt darüber nach was vielleicht nach uns passiert?

Ein Schauspiel der Veränderung im Dialog mit der Natur:

Neu in den Schlosspark gestellt, wird die Möbiusbrücke zunächst mit Ihrer künstlichen Materialität und skulpturaler Form einen kontemporären Standpunkt im Umgang mit der Landschaft behaupten. Zugleich löst sich dieser Körper aber in der Oberfläche wieder auf, indem sich die Umgebung des Parks im neuen glänzenden Metall spiegelt und bricht.
Die begehbare, "durchgebare" Brückenskulptur wird reagieren auf die verschiedenen Wetter- und Lichtstimmungen. Sie wird parallel mit den Tages- und Jahreszeiten in der Parklandschaft die Erscheinung wechseln.
Mit der Zeit und den Einflüssen von Umwelt und menschlichen Gebrauchs, verändert sich die Oberfläche und damit die Art und Weise, wie die Brücke sich im Park eingliedern wird.
Ein kontinuierlicher und lebendiger Prozess über viele Jahre...

Statement zur Wettbewerbsthematik:
„schöner Ort - Nirgendwo“ versunkene Parklandschaften

Schönheit kann nicht rational, nicht real erfasst werden.
Orte dagegen sind real. Ein Ort ist das Gegenteil des Nirgendwo, er verändert sich in der Endlichkeit, ist Spiegel der Zeit.
Schönheit definiert sich subjektiv in unterschiedlichen Zeiten durch unterschiedliche Menschen, mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen. Findet sich die Schönheit in der Unendlichkeit?

Das Unendliche führt uns die Natur in sich immer wiederholenden Zyklen vor.
Im Verlauf der Zeit reproduziert sich die Natur in ständigem Kreislauf immer wieder selbst.
Ein neuer Tag folgt einer vergangenen Nacht. Nach dem Winter sprießt im Frühling immer von Neuem frisches Leben. Kinder wachsen auf, erleben und verändern ihre eigene Zeit, bekommen selbst wieder Kinder. Menschen prägen eine Generation und sterben als Großeltern wieder neuer Kinder...
Entstehen und Vergehen, Kreation und Verfall, Leben und Tod. Zwischen diesen Polen findet Kultur statt.
Man hinterlässt als Mensch immer Spuren. Tiefgreifende einflussreiche, subtile und oberflächliche, klare, versteckte, unverständliche, deutliche, unsichtbare Spuren!